Zeit mit Gott

Oct 7, 2026  •  Jochen Geiselhart

Das zentrale Element des Lebens eines Jüngers ist die lebendige Beziehung mit

Jesus Christus. Hierzu bedarf einer Struktur, die wir uns selbst geben, wie die „Zeit

mit Gott“ (viele kennen das als Stille Zeit). Ebenso wie bei menschlichen

Beziehungen, die eine Vertrautheit und Intimität gewinnen sollen (Partnerschaft,

Freundschaft), braucht es neben zufälligen und spontanen Trenen auch

Verabredungen, die ausschließlich zur Pflege und Stärkung der Beziehung dienen.

Und da die Beziehung zu dem dreieinen Gott die wichtigste in unserem Leben ist,

müssen wir dieser auch unsere größte Aufmerksamkeit schenken. Dieses Ziel

verfolgen wir mit der „Zeit mit Gott“. Dabei geht es weniger darum, dass wir

besonders viel Aktivität zeigen, sondern um Regelmäßigkeit. Auch wenn

festgelegte Gewohnheiten bei der Umsetzung hilfreich sind und auch entwickelt

werden sollten, darf eine „Zeit mit Gott“ nicht zu einer reinen Gesetzlichkeit

verkommen, die den Charakter der Beziehungsstärkung verliert. Jemand sagte

einmal: „Traditionen/Gewohnheiten sind wie Straßenlaternen, sie beleuchten uns

den Weg, aber nur Betrunkene halten sich daran fest.“ In Zeiten der Krise z.B. ist es

durchaus angemessen seine Empfindungen vor Gott auszuschütten, wofür Gott

uns ein ganzes Buch in die Bibel geschrieben hat: die Psalmen.

Final machen wir uns klar, dass Regelmäßigkeit vor Länge geht und Authentizität

vor Gewohnheit.