Mauern einreißen

Mauern einreißen

Was uns der 13. August 1961 über unser Herz zeigt Lesezeit: ca. 3-4 Minuten

Heute vor 65 Jahren, am 13. August 1961, begann der Bau der Berliner Mauer.

Stell dir das für einen Moment vor. Du stehst morgens auf. Ein ganz normaler Tag. Doch deine Straße ist plötzlich gesperrt. Stacheldraht, wo gestern noch ein offener Weg war.

Familien wurden getrennt. Freunde konnten sich nicht mehr besuchen. Das Leben veränderte sich schlagartig - über Nacht.

Niemand hat das kommen sehen. Man spürte: Da braut sich etwas zusammen. Aber dass eine ganze Stadt geteilt wird? Dass ein ganzes Land sich abschottet? Das war wohl niemandem klar.

Berliner Mauer, Bernauer Straße/Strelitzer Straße

Quellenangabe: ELAB, Archiv der Versöhnungsgemeinde, Foto: Karsten Sroka, Bernauer Straße/Strelitzer Straße

Mauern, die wir nicht sehen

Diese Geschichte bringt mich zum Nachdenken. Nicht über Berlin. Über mein eigenes Herz.

Wo baue ich Mauern? Gegenüber Gott. Gegenüber mir selbst. Gegenüber anderen Menschen.

Genau wie beim Mauerbau passiert das oft schleichend. Es braut sich lange etwas zusammen. Ein Wort, das wehtat. Ein Streit, der nie geklärt wurde. Eine Enttäuschung, die wir wegschieben. Und irgendwann steht die Mauer - fertig, hart, trennend. Wir merken es oft gar nicht.

Jesus fordert uns heraus

Jesus spricht genau das an. Bevor wir zu ihm kommen, sollen wir zuerst unsere Mauern zu anderen Menschen abbauen.

Matthäus 5,23-24 (NLB) "Wenn ihr also vor dem Altar im Tempel steht, um zu opfern, und es fällt euch mit einem Mal ein, dass jemand etwas gegen euch hat, dann lasst euer Opfer vor dem Altar liegen, geht zu dem Betreffenden und versöhnt euch mit ihm. Erst dann kommt zurück und bringt Gott euer Opfer dar."

Ob wir die Mauer selbst gebaut haben oder ein anderer sie zwischen uns errichtet hat - Jesus sagt: Geh zuerst hin. Kläre es. Sprich es aus. Erst dann komm zu mir, in Gebet und Lobpreis.

Das ist herausfordernd. Aber es zeigt etwas Schönes: Gott liegt unsere Beziehung zu Menschen genauso am Herzen wie unsere Beziehung zu ihm.

Gleichzeitig gilt: In allem ist Gnade. Wir dürfen immer freimütig zu Gott kommen - auch mit unfertigen Beziehungen, auch mit offenen Fragen. Gott stellt keine Bedingung für seine Liebe. Aber gerade an einem Tag wie heute möchte ich Jesus mal bei seinem Wort nehmen.

Was heute dran sein könnte

  • Ruf die Person an, mit der noch etwas ungeklärt ist.
  • Schreib die Nachricht, die du schon lange vor dir herschiebst.
  • Geh den ersten Schritt - auch wenn du nicht sicher bist, wer die Mauer gebaut hat.

Mauern fallen nicht von allein. In Berlin fiel die Mauer erst nach 28 Jahren - und viele hatten die Hoffnung fast aufgegeben. Lass uns nicht so lange warten.

Berliner Mauer

Quellenangabe: Stiftung Berliner Mauer, Foto: Monika Waack

Wo spürst du gerade eine Mauer zwischen dir und einem Menschen? Vielleicht ist heute der Tag, sie ein Stück abzubauen. Teile gerne deine Gedanken in den Kommentaren!

Bibeltext: Neues Leben. Die Bibel © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2024 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Max-Eyth-Str. 41, 71088 Holzgerlingen, www.scm-brockhaus.de

Bildquelle Titelbild: Stiftung Berliner Mauer, Foto: Hans-Joachim Grimm

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