Selig sind die Frieden stiften
"Glücklich sind die, die sich um Frieden bemühen - denn sie werden Kinder Gottes genannt werden."
Das klingt schön. Aber Frieden machen ist alles andere als einfach.
Jesus sagt nicht: Glücklich sind die, die Frieden haben. Er sagt: Glücklich sind die, die sich darum bemühen. Das ist ein Unterschied.
Frieden ist keine Abwesenheit von Konflikt
Es gibt zwei Arten von Frieden. Den einen könnte man Friedenswahren nennen: Zwei Leute, die sich spannungslos ignorieren. Kein Streit. Aber auch keine Wahrheit.
Das meint Jesus nicht.
Der andere Frieden ist der, um den man ringen muss. Der entsteht, wenn jemand den Mut hat, etwas anzusprechen. Wenn jemand sagt: So kann es nicht bleiben. Der echte Frieden braucht manchmal die Offenheit des Konflikts, bevor er entstehen kann.
Manchmal muss es erst schlimmer werden, bevor es besser wird.
Demokratisierung des Friedens
In der Welt Jesu war Friede eine Sache der Mächtigen. Rom brachte Frieden - aber mit Gewalt. Pax Romana. Frieden durch Unterwerfung.
Im Reich Gottes ist das umgekehrt. Jesus sagt nicht: Wartet auf die Mächtigen. Er sagt: Ihr seid die Friedensmacher. Jeder Einzelne. Genau dort, wo du bist - in deiner Familie, in deiner Arbeit, in deiner Gemeinde.
Das ist keine kleine Aussage. Das ist eine Einladung zur Verantwortung.
Was echter Friede kostet
Paulus schreibt in Epheser 2, dass Christus selbst unser Frieden ist. Er hat die Feindschaft überwunden - nicht indem er seine Gegner besiegt hat. Sondern indem er selbst der Erste war, der sich verletzlich gemacht hat.
Das ist der Unterschied. Wir neigen dazu zu denken: Frieden entsteht, wenn der andere nachgibt. Christus zeigt: Frieden entsteht, wenn ich der Erste bin, der auf den anderen zugeht.
Die stille Belohnung
Am Ende dieser Seligpreisung steht etwas Bemerkenswertes. "Denn sie werden Kinder Gottes genannt werden." Passiv. Zukunft.
Nicht: Sie nennen sich selbst so. Sondern: Jemand anderes nennt sie so. Gott selbst.
Friedenmachen bringt einem oft keinen Applaus. Manchmal bekommt man von beiden Seiten Kritik. Man fühlt sich aufgerieben.
Aber Jesus sagt: Gott sieht das. Und er nennt dich sein Kind.
Quellen: AJ Swoboda & Nijay K. Gupta, "Slow Theology" Podcast, Seligpreisungen-Serie (Matthäus 5,9)

No Comments